pflanzeRespektvoller Umgang mit dem Kind

Die Grundlage des Babyzeichensprache Konzepts der “Zauberhaften Babyhände” (ZBH) nach Kelly Malottke ist der respektvolle Umgang mit dem Kind. Respekt, weil es nicht als zukünftiger Erwachsener behandelt wird, der nach Kräften ins Leben gepusht werden muss, noch als unvollständiger kleiner Mensch, der ausschließlich mit seinen Grundbedürfnissen beschäftigt ist. Umgang, weil eines der zentralen Prinzipien die Beschäftigung mit dem Kind ist. Insofern sind die ZBH nicht nur ein Kommunikationsmodell, sondern ein Erziehungskonzept, die Ideen der „Erziehung vom Kinde aus“ der Reformpädagogen integriert. Dazu gehört auch die konzepttragende Ganzheitlichkeit der ZBH. Das Kind wird in seiner Gesamtheit wahrgenommen. Damit ist z.B. ein isolierter Förderungsaspekt nicht mit den ZBH vereinbar.

 

The senior brother with the younger brother

Das Kind hat die Freiheit (das Recht) sich mitzuteilen

Ein weiteres strukturgebendes Element der ZBH ist unter Freiheit und Freiwilligkeit zu fassen. Das Kind hat die Freiheit (das Recht) sich mitzuteilen, wenn es das möchte, und es kann sich dazu freiwillig der Gebärden bedienen. Andere Kommunikationsformen stehen ihm aber genauso offen und werden von den Eltern nicht ignoriert. Das Kind wird lediglich durch das wiederholte Vormachen zum Gebärden angeregt. Durch die Rückmeldung durch die Bezugsperson erfährt das Kind, dass es verstanden wird und etwas bewirken kann. Je besser diese Rückmeldung ist, desto intensiver wird die Nutzung der Gebärden. Mit Rückmeldung ist jedoch nicht Grenzenlosigkeit gemeint, es wird nicht unbedingt jeden Wunsch erfüllt bekommen.

 

 

Im Einklang mit Lauttsprachlicher Entwicklung

Ein weiteres konzeptionelles Merkmal ist die Auswahl der Zeichen. Diese bilden kein abgeschlossenes Konstrukt. Es ist keine Sprache wie etwa eine Gebärdensprache, bedient sich aber der Gebärden der Deutschen Gebärdensprache, wo diese angemessen sind. Die ZBH-Zeichen sind aber offen für Gebärden aus anderen Sprachen, individuellen Kreationen und gesellschaftlich generierten Gesten. In jedem Fall tritt die Auswahl und die korrekte Ausführung gemäß der DGS hinter der Frage der Machbarkeit und Unverwechselbarkeit aus der Sicht des Kindes und der Eltern zurück.  Das heißt auch, die Zeichen müssen einfach auszuführen sein (möglichst mit einer Hand) und auf natürlichen Gesten und Bewegungen des Kindes aufbauen. Das macht deutlich, dass die ZBH kein Ersatz für die gesprochene Sprache sein kann und sein will, sondern im Einklang mit der Sprechfertigkeit eine Einheit zum Zweck einer intentionalen Kommunikation bildet. Dies wiederum stärkt nicht nur die Autonomie des Kindes, sondern macht auch die Bindung zwischen Kind und Bezugsperson intensiver. Dies und die Freiheit, z.B. auch babygenerierte Zeichen zu verwenden, wird für wichtiger und förderlicher erachtet als ein etwa bundesweit vereinheitlichtes Zeichengefüge, mit dem sich Kinder und Erwachsene sozusagen dialektfrei unterhalten könnten.

forschungModerne Erkenntnisse aus der Lernpsychologie

Im Bereich der Lernspychologie setzt das ZBH-Konzept nach Kelly Malottke einige moderne Erkenntnisse um. Durch die Aktivierung beider Gehirnhälften durch die gleichzeitige visuelle und auditive Stimulation können im Gehirn schneller und mehr Synopsen gebildet werden. Die kinetische Energie bei der Ausführung der Zeichen bündelt die Aufmerksamkeit. Die Bewegung unterstützt das Lernen und die Ablösung vom Erkunden von Gegenständen durch das Untersuchen im Mund. Das Gebärden unterstützt ebenso die Körpererfahrung und erste Raumerfahrungen. Schon vor dem Spracherwerb wird der Prozess der Abstraktion des Begriffs vom Gegenstand angeregt, den Dingen, den Gefühlen usw. wird der Name und die Bedeutung zugeordnet. Ebenso hilft das Gebärden beim Bilden von  Oberbegriffen (z.B. >Bonbon< für alle Arten von Süßigkeiten) und damit bei der Strukturierung der Sprache und der Welt.