Mittlerweile gibt es „Zauberhafte Babyhände“ (damit meine ich sowohl das Buch wie auch das Projekt) seit mehreren Jahren, und es hat einen unerwarteten Bekanntheitsgrad erlangt. Die zunehmende Verbreitung des Buches und die steigende Zahl an Kursleitern haben dazu geführt, dass immer mehr Menschen beim Lesen des Buches „Zauberhafte Babyhände“, anderer Publikationen oder der zahlreichen Internetbeiträge wissen möchten, mit wem sie eigentlich zu tun haben. Nicht dass es schwierig wäre, dazu etwas in Erfahrung zu bringen; das Internet verrät ja schon eine ganze Menge über mich und man kann mich gern auch bei diversen, oft sogar kostenlosen Veranstaltungen persönlich kennenlernen und befragen. Nachdem nun aber vermehrt Fragen zu mir und meinem Werdegang aufgekommen sind, habe ich den Entschluss gefasst, hier an dieser Stelle, auf meinem Blog ein paar Zeilen über mich zu veröffentlichen. Wenn nach dem Lesen immer noch Fragen offen sind, dann hilft nur eines: nämlich fragen! :)

Geboren wurde ich am 12.05.1979 in Köln, wo ich bis zu meinem 3. Lebensjahr wohnte. Bis zum Alter von 18 Jahren war ich im Westerwald zuhause. Nach der 10. Klasse absolvierte ich ein freiwilliges soziales Jahr in einem Pflege und Wohnheim für behinderte Menschen; es folgte eine berufsbegleitende Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in Linz am Rhein mit erfolgreichem Abschluss im Jahr 2001.

Während der Ausbildung erlebte ich erstmals die Vorzüge einer Gebärden unterstützten Kommunikation, denn bei der Tätigkeit als Heilerziehungspflegerin in Behindertenheimen und betreuten Wohngruppen sowie Tagesförderstätten und später auch als persönliche Assistentin in privaten Haushalten wurde schnell offensichtlich, wie sich Menschen mit eingeschränkter Kommunikationsmöglichkeiten und Sprachentwicklungsverzögerungen durch Gebärden besser verstehen und fördern ließen. Ich war von Anfang an begeistert von einem selbstbestimmten Kommunikationsmodell, jedoch waren mir in der Praxis einige Missstände im Umgang mit Gebärdenkommunikation aufgefallen.

Leider machte eine Erkrankung meiner beruflichen Karriere einen Strich durch die Rechnung. An eine berufliche Tätigkeit mit geregelter Arbeitszeit war nicht mehr zu denken. So musste ein neues Arbeitsmodell her bei freier Zeiteinteilung. Realisieren ließ sich das nur über Selbstständigkeit, was mir auch als mittlerweile dreifacher Mutter sehr zugute kommt.

Fortan widmete ich mich also hauptsächlich meiner Begeisterung für die Gebärden unterstützte Kommunikation. Was lag für mich als junge Mutter näher, als mit meinen eigenen Kindern diese tolle Form der Verständigung zu erleben? Im Rahmen meiner Tätigkeit entstand Kontakt zu einer Babyzeichensprache-Anbieterin; das mir angebotene Kursleiterprogramm zu diesem Thema vermochte mich aber in keiner Weise zu überzeugen. Daher entwickelte ich das Konzept der Gebärden unterstützten Kommunikation von Etta Wilken weiter zu einem vollständigen Kommunikationskonzept für alle – also nicht nur für Behinderte oder nichtsprechende Babys – mit Ansatz von bedingungsloser Freiheit an selbstbestimmter Kommunikation und einem wertschätzenden und achtsamen Umgang mit der frühkindlichen Sprachentwicklung.

Gemeinsam mit meinem Mann schrieb ich das Buch „Zauberhafte Babyhände“, welches 2008 erstmals veröffentlicht und seitdem mehrfach überarbeitet und erweitert wurde. Jurek Malottke, der Sohn meines Mannes aus erster Ehe, begnadeter Künstler, Zeichner, Musiker, Autor und Entertainer, entwarf die Grafiken zu diesem Buch. Kurz nach der Veröffentlichung entwickelte ich aufgrund des großen Interesses seitens der Elternschaft auf Basis des Buches das Eltern-Kind-Programm „Zauberhafte Babyhände“. Es existieren mittlerweile selbstständige Kursleiter in Deutschland, Ungarn, Österreich und der Schweiz.

Aus dem Programm „Zauberhafte Babyhände“ sind mittlerweile viele weitere Projekte für Eltern, Kita und Schulen hervorgegangen, darunter die Gebärdenwerkstatt mit eigenen Räumlichkeiten und ein eigener Verlag. Durch das vermehrte Interesse an den von mir propagierten Themen, werde ich auch von verschiedenen Bildungsstätten als Dozentin gebucht und kann dort meine Begeisterung für Babyzeichensprache und GuK den Menschen näher bringen. Eine wundervolle Tätigkeit, die ich nicht mehr missen mag.

Und weil das alles noch nicht reichte, und mich ständig ein Verlangen nach Weiterentwicklung und Verbesserung treibt, habe ich mich während meines Tuns noch zur Tagespflegeperson, zur Sprachförderkraft und zur Stillberaterin ausbilden lassen.

Wenn ich mir diese Absätze anschaue und darüber nachdenke, liest sich das alles sehr geradlinig. Ich darf Euch versichern: Das war es nicht. Es gab Rückschläge, Irrungen und Wirrungen und Umwege. Davon sollte hier und heute aber nicht die Rede sein; vielleicht widme ich dem irgendwann einmal einen eigenen Artikel oder – wer weiß – vielleicht sogar ein Buch. Ich denke, dass Rückschläge etc. zur persönlichen Weiterentwicklung und zum ständigen Lernprozeß, den man Leben nennt, dazugehört. Sich nicht entmutigen lassen und nicht stehenbleiben ist worauf es ankommt.

Das war‘s für heute von mir. Noch Fragen offen? Dann zurück zu Absatz 1. ;)