Ja. Das Erlernen von Sprache und Gebärden geschieht zeitgleich. Die Voraussetzung zum Erlernen der Sprache ist, Lautsprache zu hören. Ist das Kind also keinerlei Beeinträchtigung ausgesetzt, z.B. in Form einer Hörschwäche, kognitiven Entwicklungsstörung o.a., ist die Sorge, dass das Baby die gesprochene Sprache nicht lernt, weil es sich ja auch anders ausdrücken kann, unbegründet (vgl. Doherty-Sneddon 2005, S. 65), denn die Babygebärden sind von den erwachsenen Bezugspersonen niemals alleine zu verwenden, sondern stets in Kombination mit dem gesprochenen Wort.

Anders als Gesten (nonverbale Kommunikation), welche unbewusst ausgeführt werden und zudem keinen mehr oder weniger einheitlichen Regeln unterworfen sind, sind die Babygebärden als festgelegte Bewegungen der Hände und Arme klar definiert, weshalb sie der verbalen Kommunikation zuzuordnen sind. Sie können dadurch im Gegensatz zu Gesten nicht nur in Abhängigkeit von bestimmten Situationen verstanden werden, sondern jederzeit und von jedem, der die Gebärden kennt.